Details
| Produktnummer: | mfgt079b pdf |
|---|---|
| Arrangement: | Orchester |
| Genre: | Klassik allgemein |
| Tempo: | Moderato |
| Autoren: | Tailleferre , Germaine (1906-1983) |
| Seiten: | 57 |
| Spieldauer: | 16:00 |
| Verlag: | Musik Fabrik Music Publishing |

Provincia Suite no. 2 - Noten für Orchester Germaine Tailleferre
Details
| Produktnummer: | mfgt079b pdf |
|---|---|
| Arrangement: | Orchester |
| Genre: | Klassik allgemein |
| Tempo: | Moderato |
| Autoren: | Tailleferre , Germaine (1906-1983) |
| Seiten: | 57 |
| Spieldauer: | 16:00 |
| Verlag: | Musik Fabrik Music Publishing |
Produktbeschreibung
Maurice Cloches Dokumentarfilm "Provincia" (1935), vertrieben durch die Comptoir Français du Film Documentaire, behandelte die römischen Altertümer des Südens Frankreichs – die Provincia Romana, die der Region ihren modernen Namen gab. Germaine Tailleferres Musik, hier als zwei unabhängige Konzertsuitten bearbeitet, übersetzt dieses Thema in ein sorgfältig organisiertes Musikschema, das zwischen drei unterschiedlichen Registern wechselt: einer Evokation des öffentlichen Spektakels der Antike, einer Evokation ihrer heiligen und architektonischen Ruhe und einem rein orchestralen Register, das mit Landschaft und der Gegenwart verbunden ist.
Die vokalosen Chorpassagen
Neben der lateinischen Deklamation erscheint der Chor in zwei weiteren, textlosen Passagen: eine Hymne im 5/4-Takt und ein bacchantisches Finale im 5/8-Takt, beide für Vokalise (stummmelodischer Chor) und Orchester gesetzt. Während das lateinische Cento konkret und historisch spezifisch ist, funktionieren diese beiden Sätze allein durch Atmosphäre und unregelmäßiges Metrum – ein Register ritualistischer Suggestion statt Rekonstruktion. Im gesamten Score gilt ein konsistentes Prinzip: jede gesungene Passage ist in einem unregelmäßigen Metrum gesetzt (5/8, 5/4 oder das frei deklamierte Lateinische), während die rein orchestralen Passagen auf einfache Metren begrenzt sind (3/4, 4/4). Stimme und metrische Unregelmäßigkeit sind durchgehend der Evokation der antiken Welt vorbehalten, regelmäßiges Metrum und Orchester allein tragen das deskriptive, gegenwartsbezogene Material..
Der Chor in der Bacchanale: eine Aufführungsfrage, keine kompositorische
Die Chorpartie im 5/8-Takt-Bacchanale-Finale ist in der Handschrift durchgestrichen, aber intakt und lesbar geblieben – Beweis für einen in der Produktionsphase vorgenommenen Schnitt und nicht einer Überarbeitung der Musik selbst. Ein direkt vergleichbarer Fall erhalten sich in Tailleferres Musik für "Sur les Routes d'Acier" (1938), wo der Chor tatsächlich aufgenommen wurde, aber die Passage – ebenfalls im unregelmäßigen 5/8-Takt gesetzt – sich für das zur Aufnahmesitzung versammelte Ensemble als unhandhabbar erwies und in der Veröffentlichungsversion durch gesprochenen Text über dem Orchester ersetzt wurde. Die Schwierigkeit in diesem Fall ist gut bekannt: ein unregelmäßiges Metrum, das gegen einen unabhängigen Orchesterpuls gesungen wird, stellt ein anspruchsvolles Koordinationsproblem für jeden Chor ohne umfangreiches Proben dar, und Tailleferres Harmonik – auf C zentriert, aber dicht mit großen und kleinen Sekunden und Septimen gefüllt – bietet wenig tonalen Halt, um die Tonhöhe wiederzugewinnen, wenn die Ensemble aus dem Takt kommt. Angesichts des identischen metrischen Problems (5/8) in der Provincia-Bacchanale ist die gleiche praktische Ursache die wahrscheinlichste Erklärung für seinen Schnitt, nicht ein Mangel in der Vokalkomposition. Diese Ausgabe stellt daher die Chorpartie als Primärtext wieder her, wobei der historische Schnitt zur Information des Aufführenden vermerkt ist: die Passage ist vollständig aufführbar durch einen modernen Chor bei ausreichender Probenzeit zur Tonhöhensicherung gegen das asymmetrische Metrum, und darf nur als Fallback konsistent mit der Produktionspraxis der 1930er Jahre weggelassen werden, nicht als Tailleferres bevorzugte Version.











