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Gregor Wittner
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Details

Product number: GW0015OBG pdf + mp3
Arrangement:Solo
Instruments:Piano
Genre:Oldies
Era:1960 1979
Piano:Piano Solo
Key:C Major
Artist:Bublé, Michael
Authors:Gamble, Kenny/Huff, Leon/Gilbert, Cary/Wittner, Greg Arr.
Pages:13
duration::
Publisher:Gregor Wittner

Me And Mrs. Jones - Sheet Music for Piano Solo Michael Bublé

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Solo

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Product number: GW0015OBG pdf + mp3
Arrangement:Solo
Instruments:Piano
Genre:Oldies
Era:1960 1979
Piano:Piano Solo
Key:C Major
Artist:Bublé, Michael
Authors:Gamble, Kenny/Huff, Leon/Gilbert, Cary/Wittner, Greg Arr.
Pages:13
duration::
Publisher:Gregor Wittner

Product Description

"Me And Mrs. Jones" - Michael Bublé
Obligated to the Piano #15

 

Geschichte
„Me And Mrs. Jones“ - in der Fassung von Billy Paul - war der erste Pophit aus der Phillysound-
Schmiede des Songwriter/Produzentenduos Kenny Gamble und Leon Huff. Der Text, geschrieben
von Cary Gilbert, handelt von einer außerehelichen (oder sonst irgendwie verbotenen) Liebesbeziehung.
Der Song wurde im September 1972 veröffentlicht und erreichte Position 1 der Billboard Hot
100 in den USA.
Über den Philadelphia Soul (bzw. den Phillysound) und seiner Abgrenzung zum Soul des Motown-
Labels aus Detroit, ĂŒber die stilprĂ€gend beteiligten Produzenten, Musiker und Komponisten, ĂŒber
deren Bedeutung fĂŒr die Musikgeschichte kann man... z.B. eine Semesterarbeit in Musikgeschichte
schreiben.
... oder sich einfach nur freuen, dass diese beiden Labels und ihre Protagonisten so viel fantastische
Musik geschaffen haben.
Über den Song selbst gibt es ein paar interessante Anekdoten. In einem Radiointerview 2008 erzĂ€hlte
Kenny Gamble ĂŒber dessen Entstehung. Er und Leon Huff hĂ€tten einen Mann und eine jĂŒngere
Frau beobachtet, die sich tĂ€glich in der kleinen Bar unterhalb der BĂŒrorĂ€ume des Plattenlabels trafen.
Sie kamen getrennt von einander, hörten sich immer die gleichen Songs in der Jukebox an und
verließen die Bar wieder. Gamble und Huff hĂ€tten das Paar irgendwann „me and Mrs. Jones“ getauft
und sich vorgestellt, die beiden hÀtten eine geheime, romantische AffÀre - obwohl es auch nur
Vater und Tochter oder Onkel und Nichte hÀtten sein können. Inspiriert von dieser Vorstellung
seien sie hinauf in ihr BĂŒro gegangen und hĂ€tten den Song geschrieben.
Das Geheime der Beziehung wird auch musikalisch kurz im Intro des Songs angedeutet: Das Saxofon
zitiert die erste Phrase aus Doris Day’s Song „Secret Love“. (www.songfacts.com)
Auch den gesellschaftspolitischen Aspekt des Songs sollte man erwĂ€hnen: Als „Me And Mrs. Jones“
1972 in der USA-weit ausgestrahlten Fernsehsendung Soul Train vorgestellt wurde, waren Unzucht
und Ehebruch im Staat Pennsylvania noch gesetzlich verboten; nur wenige Tage spÀter fand
dort eine Abstimmung ĂŒber den Fortbestand des Verbotes statt. Sie scheiterte und das Verbot wurde
1973 aufgehoben. (wikipedia.org)
2009 nahm das Magazin Essence den Song in die Liste der „25 Best Slow Jams of All Time“ auf.
Michael BublĂ© coverte „Me And Mrs. Jones“ 2007 und gab ihm einen „neuen Anstrich“. Fantastisch,
wie er das gemacht hat - eigentlich sind da keine wirklich neuen Ideen, alle Lines sind schon
im Original von Billy Paul zu hören, und trotzdem klingt der Song auf einmal frisch und neu. Ganz
anders funktioniert etwa die Version von Amy Winehouse 2006, die den Song radikal auf den Kopf
stellt.
BublĂ© ist Jahrgang 1975, der Song „Me And Mrs. Jones“ ist drei Jahre Ă€lter als er, Winehouse war
Jahrgang 1983.
Gute Musiker, gute Musik, gute Musikerinnen, vielleicht kennen sie keine Zeit.
Auch Bublés Version hat eine Anekdote: Er nahm den Song mit seiner damaligen Freundin, der
Schauspielerin Emily Blunt auf, die ein paar Adlibs im Outro singt. Kurz vor der geplanten Veröffentlichung
trennten sich die beiden, die Veröffentlichung wurde abgesagt, die schon gepressten
Singles zurĂŒckgezogen und kaum mehr Werbung fĂŒr den Song gemacht. Nicht zuletzt deshalb ist
BublĂ©s Version, außer in der Schweiz, nirgends in den Charts gelandet.
Zum GlĂŒck spielt BublĂ© „Me And Mrs. Jones“ immer noch live. Seine Aufnahme aus dem Madison
Square Garden 2009 habe ich als Ausgangspunkt meines Arrangements genommen. Ich finde sie
noch deutlicher gelungener als die Studioversion.

Song und Arrangement
Oft wird der Song im 4/4-Takt notiert, ich habe mich fĂŒr den 6/8-Takt entschieden, ich finde, er
trifft Michael Bublés Version besser. Wenn ich im Folgenden von Takten spreche, lege ich den 6/8-
Takt zu Grunde.
Mir persönlich hilft es, die Struktur eines Songs zu verstehen, vor allem, wenn ich ihn auswendig
lernen möchte.
Der Aufbau scheint zunÀchst einfach: 16 Takte Intro bzw. Outro, im Wechsel zwischen Tonika und
Subdominante, der Songkörper hat 36 Takte, wird dreimal gespielt, beim dritten Mal einen Halbton
höher, außerdem wird die Dominante V7 jetzt um einen Takt verlĂ€ngert.
Der Songkörper hat vereinfacht folgende Form:
Imaj7 | V7sus | Imaj7 | V7sus |
IIIm7 |  | IIm7 |  |
IIm7 | V7sus | IIm7 |  |
V7sus | (bII7) | Imaj7 |  |
IIIm7 | III7 | VIm7 |  |
IIIm7 |  | IIm7 | V7sus |
Imaj7 | III7 | VIm7 |  |
IIIm7 |  | II7 |  |
V7sus | V7 | N.C. |  || (N.C. = no chord)
Nichts scheint auf den ersten Blick gegen diese Form zu sprechen (vielleicht abgesehen von Takt
13, der mit einer (sus-)Dominante V7sus auf einer Schwerzeit beginnt; das ist zumindest ungewöhnlich).
Dennoch wird diese Form dem Gesang nicht gerecht. BerĂŒcksichtigt man die Gesangsphrasen,
deren Beginn und LĂ€nge, wirkt folgende Form bzw. Einteilung oder Denkweise wesentlich geeigneter:
Imaj7 | V7sus | Imaj7 | V7sus |
IIIm7 |  | IIm7 |  | IIm7 | V7sus |
IIm7 |  | V7sus | (bII7) |
Imaj7 |  | IIIm7 | III7 ||
VIm7 |  | IIIm7 |  |
IIm7 | V7sus | Imaj7 | III7 |
VIm7 |  | IIIm7 |  |
II7 |  | V7sus | V7 | N.C. |  ||
Michael BublĂ© hat die ein oder andere Harmonie zum Original hinzugefĂŒgt, auch ist die Akkordfolge
nicht in allen drei Teilen exakt gleich. Ich bin seiner Harmonisierung im Wesentlichen gefolgt.
Wenn ich ein Bigband-Arrangement auf das Klavier ĂŒbertrage, ist es oft ein bisschen so, als wĂŒrde
ich in einen GummibĂ€rchenladen gehen: Ich werde vom Angebot regelmĂ€ĂŸig erschlagen, ich will alles
haben und weiß doch, dass das nicht möglich ist - ich habe nur zehn Finger. Die ein oder andere
Linie wirst du deshalb nicht in meinem Arrangement finden. Vor allem den Klavierlinien und -fills
trauere ich nach, wenn ich Bublés Fassung oder das Original höre.
Die Ausgestaltung der Harmonik bzw. die daraus abgeleiteten Voicings funktionieren ĂŒber weite Teile als „hybride Strukturen“ bzw. Slash-Chords, wie man sie oft im Soul findet. Betrachten wir
z.B. Takt 26 - 29: Eigentlich ist das immer ein Fmaj7, mal mit einem G im Bass (dann wird es zu einem
G13sus, Fmaj7/G), oder einem D im Bass (dann wird es zu einem Dm9, Fmaj7/D), zwischendrin
wird alles einen Halbton nach oben geschoben (Gbmaj7/Ab).
Falls du noch nicht mit Slash-Chords in BerĂŒhrung gekommen bist, möchte ich ein paar Worte darĂŒber
verlieren.
Einen Fmaj7/G spricht man „F major sieben ĂŒber G“ und genauso spielt man ihn: Man benutzt ein
einfaches Voicing bzw. eine Umkehrung fĂŒr Fmaj7 und spielt es ĂŒber einem G im Bass. Das ist zum
einen intuitiver als die (funktional korrekte) Schreibweise G13sus, zum anderen erzeugt man automatisch
das erwĂŒnschte Klangbild: Fmaj7 soll als „Obervierklangs-Struktur“ zu hören sein. Wichtig
ist, den Fmaj7/G als eine G-Harmonie zu verstehen, nicht als eine F-Harmonie. Beim Cmaj7/E in
Takt 78 handelt es sich dagegen nicht um einen echten Slash-Chord. Hier ist es immer noch eine CHarmonie,
/E gibt nur an, dass die Terz im Bass liegen soll.
Die Notation der Harmonien habe ich dementsprechend angepasst und Slash-Chords immer dann
angegeben, wenn sie mir fĂŒr den Sound wichtig erscheinen. Ebenso bin ich mit den Dominanten
und deren genauen Alterationen verfahren (Takt 30, 42, 50, etc.). Die ĂŒbrigen Harmonien habe ich
als Septakkorde geschrieben, ohne weiter auf die Optionstöne einzugehen.
Meinen ganz eigenen Weg bin ich in der Ausgestaltung des Instrumentalteils gegangen (Takt 92 -
107). Ich habe die verschiedenen Melodien bzw. Ideen durchweg vierstimmig gesetzt und mich dabei
recht wenig darum gekĂŒmmert, was BublĂ©s BlĂ€sersection tatsĂ€chlich macht.
Die zweistimmige Notation v.a. der linken Hand solltest du nicht zu genau nehmen. Meistens entspricht
die tiefe Stimme natĂŒrlich der Basslinie, trotzdem sollte man das „Klavierkonzept: Der
Grundton bricht nicht weg!“ nicht vergessen.

Spieltipps
Ich saß schon lange genug nur am Arrangement dieses StĂŒckes. HĂ€tte ich geahnt, wie viel Zeit es
mich dann noch kosten wĂŒrde, mein Arrangement auch spielen zu lernen, ich hĂ€tte nicht angefangen
mich mit „Me And Mrs. Jones“ zu beschĂ€ftigen. Dieses Projekt habe ich wirklich unterschĂ€tzt.
ZunĂ€chst sind da die technischen Schwierigkeiten. Wenn ich etwas ĂŒbe, versuche ich mir darĂŒber
klar zu werden, was genau mir Schwierigkeiten bereitet.
DezimenlÀufe in der linken Hand etwa (z.B. Takt 22/23), da muss ich meine Hand einfach viel
schneller bewegen, als ich das eigentlich tun wĂŒrde oder es mir die musikalischen Linien implizieren
(wie bei OktavlÀufen etwa). Meine HÀnde sind nun mal eher klein.
Ungewohnte bzw. neue Voicings muss man erlernen, sie sich zurecht legen. Das 7-stimmige Am11-
Voicing in der zweiten TakthĂ€lfte von Takt 72 war fĂŒr mich so ein Fall - ein Voicing, das ich noch
nie benutzt habe. Ich erstelle mir dann so was wie einen „Bauplan“: Von wo aus denke ich das Voicing?
Welcher Finger gibt die Struktur vor, dem die weiteren Finger folgen und dann ihre Ziele finden?
Er wird nĂ€mlich der Finger sein, den ich als erstes setze. Und um welche Hand kĂŒmmere ich
mich zuerst?
Ein richtig oder falsch denken gibt es fĂŒr mich dabei nicht. Hauptsache, die Finger finden ihren
Weg.
Ein Voicing wie in Takt 30 (Db7) kann ich mit der linken Hand nicht greifen. Ich muss die linke
Hand als Arpeggio spielen, oder Grundton und Sext auf zwei Achtel aufteilen.
Bei schnellen Akkordwechseln in einer Hand (z.B. Takt 98) hilft mir oft die Visualisierung der Tastenfarben
(sw-w-w-sw | sw-sw-sw-sw | w-w-sw-w | usw.).

Stumme Fingerwechsel benutze ich seit jeher gerne, sie sind ein oft unterschÀtztes technisches Mittel.
Die linke Hand in Takt 92 ist ein solcher Kandidat: Wechsle auf dem Gb stumm vom 5. auf den
1. Finger, dann hast du die Augen frei fĂŒr die Akkorde in der rechten Hand.
Sobald in der rechten Hand Voicings mit einer Sekunde im Bass auftauchen (z.B. Takt 9/10, Takt
30, Takt 50, Takt 61, etc.) sollte man versuchen, ob sich diese Sekunde nicht allein mit dem Daumen
spielen lĂ€sst (DaumenbrĂŒcke). Sehr oft ist das einfacher, als 1. und 2. Finger an die Sekunde
„zu verschwenden“.
Auch die Schwierigkeiten in der Songgestaltung haben es in sich - und wie verhext, es erwachsen
neue technische Schwierigkeiten daraus.
ZunĂ€chst solltest du dir klar machen, welche Linien im StĂŒck zusammen gehören. Was ist die Gesangslinie,
was ist ein Piano-fill, welche BlÀserlinie funktioniert wie? Und welche Dynamik, welche
Klangfarbe gebe ich diesen Stimmen? Das 2x viertaktige Motiv in Takt 9 - 15 etwa (bei Michael
Bublé ein Oktav-Piano) finden wir wieder im Outro (jetzt in den BlÀsern), sie korrespondieren also.
Solche Sachen sollte man erkennen, verstehen und in der eigenen Interpretation berĂŒcksichtigen.
Die wichtigsten Linien habe ich in der Partitur durch Phrasierungsbögen gekennzeichnet, die Hauptlinie
durch Bögen nach oben, die Nebenlinien durch Bögen nach unten. Du solltest sie herausarbeiten.
Die Gesangslinie solltest du immer deutlich lauter spielen als die restlichen Stimmen. Oft ist das
schwer, wenn die rechte Hand durch ihre VoicingtÀtigkeit gefesselt ist, wie etwa in Takt 76: Ich
kann das g vom a kommend auf der zweiten Achtel nur schlecht mit dem 4. Finger spielen, es verhungert
mir einfach im Anschlag. Spiele ich es mit dem 5. Finger, muss ich die Bindung aber ins
Pedal ĂŒbertragen.
Womit wir beim Gebrauch des Pedals wÀren: Klar, dass es ohne nicht geht, aber wir sollten es bewusst
fĂŒr verschiedene Zwecke benutzen. (Eine fantastische EinfĂŒhrung in die Möglichkeiten des
Pedals findest du auf www.pian-e-forte.de (nicht: piano-e-forte): „Kleine Lehre des Pedalspiels“.)
FĂŒr einige Teile des StĂŒckes empfehle ich den Gebrauch des Halbpedals (etwa Takt 27ff., im Outro),
so dass zum einen der tiefe Grundton auf der ZĂ€hlzeit Eins nicht komplett wegbricht, die Melodie
darĂŒber aber nicht vermatscht.
Die vierstimmigen LĂ€ufe im C-Teil (Takt 92, 98, etc.), Passagen wie den Oktavlauf in der linken
Hand (Takt 113) und Ă€hnliches wĂŒrde ich versuchen, mit einem Achtelpedaleinsatz möglichst gut
zu binden.
Abschließend noch ein Wort zum Timing: Michael BublĂ© wechselt wie schon Billy Paul zwischen
triolischer und binÀrer Phrasierung. Wann man wie phrasiert, finde ich gar nicht so wichtig, aber das
ganze StĂŒck nur triolisch zu interpretieren, alle Duolen und Quartolen einfach irgendwie triolisch
„hinzubiegen“, raubt dem StĂŒck meines Erachtens viel von seiner Spannung und seinem Charakter.
Den jeweils letzten drei Takten der Songteile (Takt 50 - 53 u.Ă€.) kann man ruhig ein kleines rallentando
spendieren und mit den letzten beiden Achteln wieder das ursprĂŒngliche Tempo aufnehmen.
Als Tempo schlage ich 65 bis 72 bpm vor (Beat ist die punktierte Viertel).
Ich bin ein StĂŒckchen gewachsen mit „Me And Mrs. Jones“. Ich hoffe, du wirst es auch.
Viel Spaß mit meinem Arrangement!
Keep on playing,
Greg

Me And Mrs. Jones  – detail.videoPreview

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